Wie alles begann...

Am Aschermittwoch, dem 15. Februar 1956, setzten sich drei Vereinsvorsitzende,

 

Josef (Jupp) Zimmermann vom SC Fortuna,
Franz Jauck von der Freiwilligen Feuerwehr,
Jakob Schwingeler vom Männer-Gesangsverein

 

mit einigen Vereinskameraden im Lokal Panizzolo an einen Tisch, mit dem Ziel, eine Karnevalsgesellschaft zu gründen. Man diskutierte lang und breit über die Tatsache, dass die Fröhlichkeit der alljährlichen Fastelovendstage immer mehr zu einer Einigung zusammenstrebte.Wäre es nicht endlich Zeit, eine Karnevalsgesellschaft zu gründen, um die Narretei gemeinsam zu pflegen und zu fördern?


Die eindeutige Antwort lautete: „JA!“.
Auf Vorschlag von Jupp Zimmermann – dem “Vater der Gesellschaft” – einigte man sich auf den Namen:

 

1. Karnevalsgesellschaft „Klüttefunke Oberliblar“.

 

Der offizielle Oberliblarer Karneval – heute ein Begriff weit über den Erftkreis hinaus – war geboren.

Am 26. Februar 1956 fand die Gründungsversammlung statt. Es lagen 74 Beitrittserklärungen vor. Einstimmig wurde Toni Vallender zum 1. Präsidenten der Gesellschaft gewählt. In den ersten Vorstand wurden Heinrich Huesmann als 1. Schriftführer und Werner Gödderz als 2. Schriftführer, Toni Kaufmann als 1. Kassierer und Franz Jauck als 2. Kassierer gewählt. In seiner Antrittsrede gab Präsident Toni Vallender der Hoffnung Ausdruck, in der nächsten Session schon mit einer Prunksitzung und einem hervorragenden Programm sowie dem ersten Karnevalsumzug in der Öffentlichkeit aufzutreten.

An Weiberfastnacht 1957 konnte trotz vieler Schwierigkeiten, hier insbesondere die Benutzung der Glück-Auf-Halle, eine Sitzung mit erster Prinzenproklamation über die Bühne gehen. Ein voller Saal begrüßte den ersten Prinzen der Gesellschaft, Prinz Josef I. (Josef Bensberg). Fünf Stunden lang vermochten Sänger, Büttenredner und Tanzgarden das Publikum zu begeistern. Als Gäste konnte Präsident Toni Vallender Herrn Oberkreisdirektor Dr. Rüttgen und Herrn Bürgermeister Eugen Jastrzembski begrüßen.

Prinz Josef I. erlebte am Rosenmontagszug die karnevalistische Begeisterung Oberliblars. In diesen tollen Tagen ging auch der Wunsch des Mitgliedes Willi Gey in Erfüllung, ein Fanfarencorps zu gründen. Es wurden spontan sechs Fanfaren gestiftet. Nach eifrigem Proben konnte Kommandant Willi Gey sein Korps schon am 1. Mai 1957 mit viel Beifall der Öffentlichkeit vorstellen.

Am 17. März 1957 wurde auf der Jahreshauptversammlung Josef Bensberg zum Präsidenten gewählt.
Am 21. März 1958 wurde ebenfalls auf der Jahreshauptversammlung Toni Kaufmann neuer Präsident.
Mit seinem Kassierer Simon Müller brachte er es dann fertig, die Kirmes 1958 zu gestalten und als Lohn für das Bemühen des Fanfarencorps eine neue und schmucke Uniform anzuschaffen.

Die Session 1958/1959 fand unter dem Prinzen Philipp I. (Phillip Heblich) statt.
Bei seiner groß herausgestellten Proklamation wurde als Ehrengast Herr Oberbürgermeister Theo Burauen aus der Hochburg Köln begeistert begrüßt.

Zu großen Ehren reifte indessen unser mittlerweile im In- und Ausland bekanntes Fanfarenkorps heran.
Viele Pokale und Plaketten geben darüber Zeugnis.
Zwei große internationale Musikfeste sind dabei in Oberliblar unvergessen.
Das Fanfarenkorps hatte seine größte Schau in Berlin, wo es vor dem amerikanischen Kommandanten Clay sein Können zeigte.

Die KG Klüttefunke wurde in eine harte Krise geführt, als es nicht mehr möglich war, die Glück-Auf-Halle für Veranstaltungen freizubekommen. Aber man ließ sich nicht unterkriegen. Es war schon bewundernswert, mit welcher Bravour und welcher Ausdauer die „Klüttefunke“ ihre Festsitzungen und Proklamationen im kleinen Sälchen des Vereinslokals durchführten. Die Veranwortlichen der Gesellschaft, damit ist neben dem Vorstand auch das Festkomitee gemeint, legten ihr Hauptziel auf die Vergrößerung und Verschönerung der Rosensonntagszüge.

25. Januar 1969, auf diesen Tag hatten die „Klüttefunke“ lange gewartet. Mit der Freigabe der Aula der Realschule wurde den Narren wieder eine Plattform geschaffen, die das Jeckentreiben in ganzer Ausgelassenheit ermöglichte. Schon seit Wochen waren alle Eintrittskarten ausverkauft, um die Proklamation von Prinz Josef V. (Josef Gey)mitzuerleben.

Mit der Session 1969/1970wird eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Liblarer Karneval aufgebaut. Mit der benachbarten Karnevalsgesellschaft KG Fidele Narrenzunft wird ein „Freundschaftsvertrag“ geschlossen, der u.a. zu einem gemeinsamen Umzug auf Karnevalssonntag durch Liblar führt. Der Gedanke zu dieser Gemeinsamkeit entstand nicht nur durch das Zusammenwachsen beider Ortsteile Oberliblar und Liblar, sondern wurde auch beseelt von dem Wunsch aller Karnevalisten, etwas zu schaffen, das den Erfordernissen unseres stetig wachsenden Stadtteils gerecht wurde.


1992/1993 wurde in gemeinsamer Arbeit das neue Vereinsheim, die Glück-Auf-Halle gebaut.

So sind weiter im Laufe der Jahre 5 verschiedene Abteilungen innerhalb der KG Klüttefunke gegründet worden, die das Bild der gesamten Gesellschaft in der Öffentlichkeit weit über die Grenzen der Stadtmauer bekannt gemacht haben. Zu den Abteilungen wird an anderer Stelle eingegangen.